Je nach Anbieter gibt es unterschiedlich lange Laufzeiten, die zwischen 12, 24 oder sogar 36 Monate betragen können. Damit sind Sie grundsätzlich stark in Ihren Stromversorger gebunden, wobei es für bestimmte Situationen durchaus ein Sonderkündigungsrecht gibt. Dies hat zur Folge, dass Sie auch vor Ablauf der ursprünglich vereinbarten Dauer Ihren Stromvertrag kündigen können. Es sind vor allem zwei Situationen, die Sie dazu nutzen können.

Argument 1: eine Strompreiserhöhung

Meist ist in Ihrem Liefervertrag des Anbieters ein exakter Preis genannt, den die Kilowattstunde Strom kostet bzw. kosten darf. Doch gibt es natürlich externe Faktoren wie Preisschwankungen auf den internationalen Märkten für Öl oder Gas sowie individuelle Anforderungen der Anteilseigner des Stromlieferanten für die gewünschte Rendite. Manchmal entscheidet aber auch einfach die Nachfrage über den Preis. Plant Ihr Energieversorger eine Erhöhung der Tarife, so muss er Ihnen das vorher schriftlich mitteilen, weil er ja vom ursprünglich geschlossenen Vertrag abweicht. Da rein rechtlich somit ein Vertragsbruch vorliegt, haben Sie die Möglichkeit, den kompletten Liefervertrag zu kündigen – unabhängig davon wie lange dieser noch laufen würde.

Das Sonderkündigungsrecht ist gesetzlich verankert und hängt nicht von der Willkür eines einzelnen Stromanbieters ab. Deshalb verweisen auch manche im Zusammenhang mit einer Preiserhöhung darauf, dass nur eine etwaige gestiegene EEG-Umlage Ursache dafür ist und nicht der Strompreis tatsächlich erhöht wird. Damit soll das Sonderkündigungsrecht quasi ad absurdum geführt – was aber in der Realität von vielen Verbraucherschutzorganisationen als rechtswidrig eingeschätzt wird.

Wenn Sie das Sonderkündigungsrecht zur Beendigung in Anspruch nehmen möchten, sollten Sie dies genauso begründen und die Reaktion Ihres Anbieters abwarten. Hat dieser neben der EEG-Umlage noch weiter an der Preisschraube gedreht, greift in jedem Fall das Sonderkündigungsrecht und Sie können aus dem Vertrag raus.

Argument 2: Ein geplanter Umzug oder Auszug

Ein Umzug ist ein willkommener Anlass um Ihren Stromanbietersignature-36968_640 zu wechseln. Doch hier verhält sich die Anwendung eines Sonderkündigungsrechtes etwas komplizierter. Zum einen sollten Sie klären, ob Sie beim aktuellen bestehenden Vertrag Strom aus der Grundversorgung beziehen oder aber zum Beispiel einen alternativen Stromanbieter als Versorger haben. Für den erstgenannten Fall gilt immer ein gesetzliches Kündigungsrecht für den bestehenden Liefervertrag im Grundtarif. Was den Vertrag mit einem alternativen Anbieter betrifft, so liegt es in dessen eigenem Ermessen, ob er Ihnen ein Sonderkündigungsrecht zugesteht oder nicht. Viele haben dies in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen geregelt, womit ein Blick in Ihre Vertragsunterlagen rasch Einblick verschafft. Ist ein solches Recht tatsächlich schriftlich festgehalten, können Sie ohne weiteres beim Umzug die Kündigung einleiten.

Damit diese auch tatsächlich gültig wird, sollten Sie es ausschließlich schriftlich tun. Das heißt, Sie sollten dazu die Brief- oder Emailform wählen. Viel wichtiger aber sind die Fristen, die Sie einhalten müssen. Im Fall einer Sonderkündigung, die infolge einer Preiserhöhung ausgesprochen wird, können Sie nur innerhalb von 14 Tagen von Ihrem Recht Gebrauch machen. Wenn Sie Ihren Wohnort wechseln und deshalb kündigen, müssen Sie ebenfalls innerhalb dieser Frist die Kündigung erklären. Allerdings ist der Fristenlauf unabhängig vom eigentlichen Umzug selbst und kann von Ihnen grundsätzlich immer und jederzeit erklärt werden.